Art.Nr.: 0125
Ein Wort für Regenten und Schriftsteller.
Neueste Auflage. Züllichau, 1794.
Guter Zustand, Eignereintrag des Juristen u. Politikers Rudolf Kolisko, späterer Antiquariats-Stempel u. modernes Exlibteis eines Nationalratsabgeordneten, Ecken u. Kanten leicht bestoßen, teilweise etwas stockfleckig.
Die Erstausgabe erschien 1784 anonym unter dem Titel "Ueber Preßfreiheit und deren Gränzen, zur Beherzigung für Regenten, Censoren und Schriftsteller". --- 1768 musste der evangelische Theologe Bahrdt wegen einer Affäre mit einer Prostituierten und Klage wegen eines unehelichen Kindes sein Amt niederlegen. Auf Betreiben von Christian Adolph Klotz erhielt er schon 1769 wieder eine Professur für biblische Altertümer in Erfurt. Dort erregte der Aufklärer allerdings durch seine rationalistischen Lehren bald großen Anstoß, so dass er 1771, vermittelt durch Johann Salomo Semler, einem Ruf als Prediger und Professor nach Gießen folgte. Auch dort stieß er wegen aufklärerischer Polemik und seiner Schriften gegen den herrschenden theologischen Lehrbegriff bald auf Widerstand. 1773 machte er den Vorschlag, künftige Theologen durch Schauspieler unterrichten zu lassen, wogegen Herder deutlichen Einspruch erhob. 1775 verlor er zum dritten Mal sein Amt, wieder auf Grund seines anstößigen Lebenswandels. --- Bahrdt war auch der anonyme Verfasser des "Kirchen- und Ketzer-Almanach aufs Jahr 1781."
Schlagworte:
[Aufklärung, evangelische Ketzer / Aufklärer / Philanthropen,
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