Editions Surréalistes.
Erstausgabe. Nr. 126 von 600 Exemplaren. Paris, José Corti, 1931.
Gr.8°, 29 S., unaufgeschnitten, 1 loses Blatt mit Verlagsanzeigen, 10 Tafeln nach Werken von Salvador Dali, Original-Broschur mit Original-Umschlag mit Deckelschild. Avec envoi autographe signé de l'auteur "René" / Widmung in Tinte mit "René".
ZUSTAND 1, nicht aufgeschnitten.
Die Widmung, lautend "Je m'en vais Bouquette, mais je pense à toi", könnte an Mopsa Sternberg gerichtet sein. Diese lernte Crevel in Berlin kennen und machte ihr einen Heiratsantrag unter der Bedingung, dass sie weiter ihre Liebesbeziehungen mit anderen, sie mit Frauen, er mit Männern, pflegen dürften. 1929 lernte Mopsa den österreichischen Maler Rudolph von Ripper kennen, den sie noch im gleichen Jahr heiratete. Sie planten zu dritt, also mit Crevel, in Berlin zusammenzuleben, in einer "mènage à trois"." Bouquette“ könnte als Kosename eine Verballhornung von" biquette" (Zicklein) als surrealistisches Wortspiel zwischen "bouc" (Ziegenbock = Rudolph von Ripper), bouquet und "biquette" (Mopsa) sein. Im Umfeld der Surrealisten waren solche erfundenen Spitznamen gängig. Crevel beentete "Dali" August 1931 in Portlligat bei Dali in Katalonien, wo er bis Mitte September blieb. "Je m'en vais" könnte auf einen Kuraufenthalt hinweisen. Crevel fuhr schon seit Mitte der 1920er Jahre wegen seiner Tuberkulose regelmäßig zu Schweizer Höhenkuren, besonders nach Davos. 1932 verbrachte er mehrere Monate in Davos, wo er sein Werk "Le clavecin de Diderot", das im Frühjahr 1932 erschien.
Schlagworte:
[Französische surrealistische Dichter, Surrealismus]